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Einheitskasse: Der Blick über die Grenzen

Einheitskasse: Der Blick über die Grenzen

Die Schweiz verfügt über ein hervorragendes Gesundheitssystem und über die weltweit höchste Lebenserwartung. Die soziale Grundversicherung ist schuldenfrei und ermöglicht der Schweizer Bevölkerung einen raschen Zugang zu allen notwendigen medizinischen Leistungen. Ein Blick über die Grenzen ins Ausland zeigt: Unsere Nachbarn kämpfen mit langen Wartezeiten, Leistungskürzungen und Schuldenbergen.

 

Gesundheitssysteme können unterschiedlich ausgestaltet sein. Wir unterscheiden drei grundsätzliche Organisationsansätze, die wiederum verschieden geregelt sind: staatliche, soziale und private Systeme. Im Rahmen der Sozialversicherung, wie sie auch die Schweiz kennt, gibt es Länder mit oder ohne Kassenwettbewerb und Leistungen, die staatlich oder privat bereitgestellt werden. Das System der reinen Privatversicherung (Wettbewerb unter den Krankenversicherern ohne Aufnahmepflicht und ausschliesslich privat bereitgestellte Leistungen) existiert in der Praxis nicht.

Andere Länder, andere Sitten

Der Vergleich mit anderen Ländern und anderen Systemen zeigt: Staatliche Systeme und Sozialversicherungssysteme ohne Wettbewerb neigen dazu, die Einnahmen (Prämien) nicht gemäss den effektiven Kosten, sondern nach politischer Opportunität festzulegen. Prämienerhöhungen sind nicht populär – Politiker, die vom Volk gewählt sind, schrecken davor zurück. In Frankreich sind die Folgen sichtbar: Das Land hat ein Defizit von 100 Milliarden Euro, jährlich kommen zirka zehn Milliarden Euro dazu.

Lange Wartezeiten, weniger Leistungen

Staatliche Krankenversicherungssysteme führen zudem zu Leistungskürzungen in der Grundversorgung. Das Beispiel Grossbritannien zeigt, dass staatliche Gesundheitssysteme mit Finanzierungslücken auf Kosten der Patienten sparen: Negativschlagzeilen über monatelange Wartezeiten, Rationierung von teuren Krebsmedikamenten, Gedränge in den Notaufnahmen oder Krankenhausviren sind an der Tagesordnung. So wird der graue Star zum Beispiel nur noch operiert, wenn den Patienten sonst Arbeitsunfähigkeit droht. Ausserdem sind Spitalzimmer mit zwölf Betten – Männer und Frauen gemischt – nicht ungewöhnlich.

Wahlfreiheit fördert Qualität

Nationale und internationale Befragungen geben dem Schweizer Gesundheitssystem sehr gute Noten. Ein wesentlicher Grund dafür ist die Wahlfreiheit des Einzelnen: Will ein Krankenversicherer im regulierten Markt bestehen, muss er sich positiv von der Konkurrenz abheben – sei es, indem er seine Kunden freundlich und kompetent berät, ihnen die Kosten rasch rückerstattet oder attraktive, bedürfnisgerechte Versicherungsprodukte anbietet. Die Versicherten können aus einem attraktiven Angebot das für sie passende Produkt auswählen. Die Wahlfreiheit fördert also einerseits den Wettbewerb unter den Anbietern und sorgt andererseits für ein hohes Qualitätsbewusstsein.

Übersicht über die Gesundheitssysteme:

Staatliches System: England, Italien, Dänemark, Schweden

Sozialversicherungssystem ohne Wettbewerb: Österreich, Frankreich, Norwegen

Sozialversicherungssystem mit Wettbewerb: Schweiz, Deutschland, Niederlande